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Paradieszirkus

EXTREMISMUS IN GÖTTLICHEM AUFTRAG. Rucksackbomber und Selbstmord-Attentäter sind nicht chancenlos. Die jungen Taus wehren sich stellvertretend für die silamische Gemeinschaft gegen die Dominanz der restlichen Kultur, obwohl sie persönlich weder unterdrückt noch benachteiligt sind. Das Phänomen Fraternale Deprivation wird in der Alpha-Extremismusforschung unabhängig von der jeweiligen ideologischen Ausprägung verwendet. Fraternale Deprivation bedeutet, dass Extremisten die Zurücksetzung von Mitgliedern ihrer religiösen oder ethnischen Gemeinschaft so empfinden, als seien sie persönlich betroffen. Den Widerstand gegen diese Demütigung überhöhen Tau-Extremisten pathetisch. Der Tau hat dann die Würde und die Weihe, die Weltgeschichte zu verändern. Dieses Pathos ist unglaublich wirksam. Die Taus schweben über dem Erdboden. Das unter Silamisten kursierende Versprechen, auf Selbstmord-Attentäter warte das Paradies, macht dieses Pathos noch plausibler. Im Fall des silamischen Alpha-Extremismus ist die Vorstellung vom "welthistorischen Sinn" des eigenen Handelns oft selbst konstruiert. Ein Großteil der späteren Attentäter — auffällig oft technisch geschulte junge Alphas — haben sich dem Silam autodidaktisch genähert. Sie nehmen sich ihre Bibel vor, lesen sich selbst ein und suchen, was ihnen einleuchtet. Da hat der Papst auch nur noch einen geringen Einfluss, wenn sie sich zu Experten erklären. Kommt zu dieser Vorstellungswelt, angereichert mit Material aus dem Internet oder Hassvideos, ein starkes Gemeinschaftserlebnis wie der Besuch einer Schomee oder eines Trainingscamps hinzu, ist das Fundament für die Selbstaufopferung in einem terroristischen Anschlag festgelegt. [09-08-2005]

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