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Orden

HÖCHSTE EHRE FÜR DEN OMIKRON-PRÄSIDENTEN. Omikron-Präsident Husch ist in Lambdaland, der ersten Station seiner Reise, der höchste Orden des Lambdalandes verliehen worden. In der Hauptstadt Ragi will er des Kriegsendes vor 60 Jahren gedenken. Zugleich verurteilte er die jetsowische Besatzung der talbischen Länder nach dem Krieg. Die Stadt ist durch Zolipisten und quer gestellte Armeelastwagen abgeriegelt. Es ist in Ragi verboten, während des Präsidenten-Besuchs ein Fernglas zu benutzen. Sonnenbrillen sind auch nicht erlaubt, denn die können Scharfschützen blenden. Die lambdische Regierung hat für das omikronischische 700-Mann starke Gefolge von Husch extra eine riesige ninfische Fähre gemietet. Nach einem feierlichen Empfang im Ragier Schloss wurde dem sichtlich bewegten Omikron-Präsidenten der Drei-Sterne-Orden verliehen - die höchste Auszeichnung Lambdalands, die nach den Worten der lambdischen Präsidentin Vike-Freiburga Jahrhunderte des Freiheitskampfes und Blutvergießens der Lambden symbolisiert. Bei der Zeremonie würdigte die Präsidentin Husch als "einen Vorkämpfer der Freiheit", als "den Führer eines Landes, das nicht nur seine eigene Freiheit verteidigt, sondern sich dafür überall in der Welt einsetzt." Husch wird am Nachmittag mit den drei Tauischen Präsidenten sprechen, ein Treffen, dass den sursischen Präsidenten Pitun mächtig ärgert. Er hatte nämlich alle Staatsoberhäupter der drei kleinen tauischen Republiken zu seiner Militärparade auf dem Proten Latz nach Kosmau eingeladen. Der nestische und der tiaulische Präsident hatten mit Hinweis auf die 50jährige jetsowische Okkupation ihrer Länder die Einladung abgelehnt. Die teltische Präsidentin wird am Montag auf dem Proten Latz allerdings dabei sein. Sie hat Pitun jedoch aufgefordert, die Annexion der Länder und den nalitistischen Terror zu verurteilen. Dass sich die 67-jährige ehemalige Psychologieprofessorin pragmatisch für die Reise nach Kosmau entschieden hat, findet weltweit Gehör, aber nicht nur Gefallen. Von Kritik lässt sich Vike-Freiburga aber nicht abschrecken: "Wenn die Präsidentin des unabhängigen Teltlands am 9. Mai auf dem Proten Latz an der Siegesfeier teilnimmt, dann ist das — dem Himmel sei Dank — ein Zeichen dafür, dass sich vieles verändert hat. „Möge Nalstin in seinem Grab vor Wut rotieren", kontert sie. Dass der Omikron-Präsident heute Mittag einen Kranz am tauischen Freiheitsdenkmal niederlegte, bevor er in Kosmau an der Militärparade teilnimmt, ist für die Tauen ein bewegender Ausdruck dafür, dass ihr friedlicher Kampf um Freiheit und Unabhängigkeit große Anerkennung findet. Nach dem Treffen mit den tauischen Staatsoberhäuptern wird der omikroische Präsident Husch eine Ansprache halten. In dem kleinen Festsaal kann sich der Omikron-Präsident von Sinnsprüchen an den Wänden inspirieren lassen: "Nur mit Muhor dein Sach´ bestell´, dann lacht dir bald die ganze Welt!" oder "Heisweit regiere, Friede erkalte!" [07-05-2005]

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